
Niederalteich ist mit dem Gemeinderatsbeschluss vom 07.12.2004 dem internationalen Klimabündnis beigetreten und hat damit ein Zeichen für den Willen zu Nachhaltigkeit in der Kommunalpolitik gesetzt. Hier eine grundsätzliche Darstellung darüber, was das Klimabündnis ist und will.
Klimaschutz in Partnerschaft
Das Klima-Bündnis ist ein Zusammenschluss europäischer Städte und Gemeinden, die eine Partnerschaft mit den einheimischen Völkern der Regenwälder eingegangen sind. Die Partner in diesem weltumspannenden Bündnis verbindet die gemeinsame Sorge um das Weltklima. Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, setzt das Klima-Bündnis auf das Engagement und die Vielfalt der lokalen Ebene. Die Initiative versteht sich als Teil der Bemühungen um nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd.
Das Ziel
Das Klima-Bündnis will den Erhalt des globalen
Klimas erreichen. Dazu gehören die Verringerung der klimaschädigenden Emissionen auf ein nachhaltiges Niveau in den Industrieländern im Norden und der Schutz der Regenwälder im Süden des Planeten. Dieses bedeutet im Einzelnen:
-Reduzierung der CO2-Emissionen der Kommunen mit dem Ziel der Halbierung bis zum Jahr 2010
-weitgehende Reduzierung aller treibhaus-relevanten Gase
-Vermeidung von Tropenholz im kommunalen Bereich
-Informationsaustausch zwischen den Kom-munen
-Information der Öffentlichkeit über die Zielsetzungen des Klima-Bündnisses und Förderung von Energiesparmaßnahmen im privaten Bereich
-Unterstützung der Interessen der Indianervölker am Amazonas an der Erhaltung des tropischen Regenwaldes, ihrer Lebensgrundlage, durch die Benennung und nachhaltige Nutzung ihres Grund und Bodens
-Partnerschaft mit den einheimischen Völkern der Regenwälder durch Förderung von Projekten
Partnerschaft mit den einheimischen Völkern bedeutet, dass das Klimabündnis sie in ihren Zielen unterstützt, ihre grundlegenden Rechte als Völker zu erlangen und in ihrer natürlichen Umwelt nach eigenen Entwicklungsvorstellungen leben und wirtschaften zu können.
Mit ihrem Beitritt haben sich die Mitglieds-kommunen auf Ziele, Handlungsfelder und Maß
nahmen verpflichtet. Diese Selbstverpflichtungen sind im Klima-Bündnis-Manifest (1990) und der Klima-Bündnis-Erklärung (2000) niedergelegt.
Die Mitglieder und ihre Arbeit
Im Jahr 1990 haben mehrere europäischeKommunen und Indianerorganisationen das Klima-Bündnis gegründet. Ende 1990 hatten sich mehrere Kommunen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dem Bündnis angeschlossen. 1992 waren es bereits 100 Kommunen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Italien. Anfang 1995 war die Zahl der Mitglieder auf über 370 angewachsen.
Zu den genannten Ländern kamen Dänemark, Luxemburg, Schweden und Spanien hinzu. Mitte des Jahres 2000 zählte das Klima-Bündnis 900 Mitglieder mit insgesamt 48 Millionen Einwohnern. Inzwischen sind fast 1000 Städte, Gemeinden und Landkreise in Europa dem Klima-Bündnis beigetreten. Auch Bundesländer und Nichtregierungsorganisationen arbeiten mit.
Die einheimischen Völker der Regenwälder werden als Partner durch den Dachverband der Indianerorganisationen Amazoniens (COICA) vertreten. Weltweiter Kooperationspartner ist die "Internationale Allianz indigener und in Stämmen lebender Völker der Tropenwälder". Beide Organisationen sind dem Erhalt der tropischen Regenwälder und ihrer biologischen Vielfalt verpflichtet.
Die Kommunen arbeiten umfassende Klimaschutzstrategien aus und ergreifen vielfältige Maßnahmen zu ihrer Umsetzung, vor allem in den Bereichen Energie und Verkehr. Durch bewusstseinsbildende Maßnahmen und einen Verzicht auf die Nutzung von Tropenholz aus Raubbau in der kommunalen Beschaffung tragen sie zum Erhalt der Tropenwälder bei.
Klimaschutz fängt für die Mitglieder des Klima-Bündnisses im direkten Einflussbereich der Kommune an und umfasst eine weit über ihre Pflichtaufgaben hinausreichende Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Unternehmen.
Das Klima-Bündnis ist Bindeglied zwischen der lokalen Ebene und den internationalen Politikprozessen in den Bereichen Klimaschutz, biologische Vielfalt und Wald. Es vertritt die Interessen der im Klimaschutz engagierten europäischen Kommunen und unterstützt die Organisationen der einheimischen Völker im Regenwald, eigene Positionen zu entwickeln und in diese Prozesse einzubringen.
Koordination und Kontakt
Koordiniert wird das Klima-Bündnis von der Europäischen Geschäftsstelle in Frankfurt am Main, unterstützt durch nationale und regionale Koordinations- und Kontaktstellen. Zu den Aufgaben dieser Stellen gehören die Übertragung erfolgreicher Ansätze und Beispiele, Unterstützung der Mitglieder durch Beratung und gemeinsame Projekte, Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und Auswertung der kommunalen Maßnahmen und Ergebnisse.
Hinzu kommen
- mit wachsender Bedeutung
- Kampagnen und Aktionen zur Bewusstseinsbildung und Information der Bevölkerung.