| Abt Joscio Hamberger gab um 1720 den Auftrag zur Errichtung eines Sommerhauses am westlichen Rand des Prälatengartens der damaligen Klosteranlage. Bereits da gab es wohl schon den mit übergroßen Fenstern nach Süden geöffneten, orangerieartigen Raum für Pomeranzen und Zitronenbäume. Durch Blitzschlag abgebrannt ließ Abt Augustin II. Ziegler 1767 das Haus „schöner als zuvor“ wiederherstellen und im Obergeschoß einen repräsentativen Saal einbauen. Kaum 40 Jahre hatte das Sommerhaus seine angestammte Nutzung, als es als erstes Klostergebäude im Rahmen der Säkularisation verkauft und zu einem Bauernhaus mit 3 Geschossen umgebaut wurde.
Nach 170-jähriger, bäuerlicher Nutzung kam das Haus in den Besitz des Convents der Ursulinen, welcher es im Jahre 1986 an die Gemeinde verkaufte.
In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege, und nach sorgfältiger Bauuntersuchung konnte zeichnerisch fast lückenlos der originale Bauzustand wieder rekonstruiert werden. Auf dieser Basis wurde ab dem 23.06.1989 das Haus grundlegend renoviert und in den ursprünglichen Zustand versetzt. Aus statischen Gründen wurde zusätzlich ein Kellergeschoß eingebaut.
Heute präsentiert sich das ehemalige Sommerhaus, dann Dullingerhaus, jetzt Bürgerhaus, wieder in seiner ursprünglichen, barocken Pracht.
Es bietet im Erdgeschoß eine Orangerie und einen Besprechungsraum, einen abgewinkelten Flur mit Kreuzgewölbe, im Obergeschoß einen prächtigen Festsaal mit Sims und barocker Stukkatur und im Keller einen Bastelraum, sowie Backraum mit Backofen.
Das Dachgeschoß zeigt sich uns im Originalzustand mit wunderschöner Zimmermannsarbeit des Dachgebälks.
An der Ostseite angebaut und durch eine helle, lichte Glaskonstruktion verbunden das neue Rathaus.
Bezogen wurde das Haus im November 1991, eingeweiht und gesegnet im Mai 1992 durch Abt Emmanuel Jungclaussen und Pfarrer Pater Beda Naneder.
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